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Via Julia im Chiemgau

Via Julia ist ein Projekt, das sich am Verlauf der Römerstrasse von Günzburg nach Salzburg orientiert.

Der durch das Projekt wiederbelebte Streckenverlauf soll dabei als Synonym für die nachhaltige Entwicklung der Regionen in ihrem Trassenverlauf dienen. Hierzu wurde als erste Maßnahme und in Eigeninitiative der anliegenden Gemeinden der Streckenverlauf beschildert. Dies ermöglicht nun interessierten Radausflüglern und Radtouristen auf einer Länge von ca. 280 km diese wunderbare Gegend zu erkunden. Der im April 2007 neu erschienene Radwanderführer bringt die an der Strecke liegenden Sehenswürdigkeiten und Kulturgüter näher. Die Via Julia trittt als Gesamtprojekt jedoch nicht nur als Radwanderweg in Erscheinung. Neben Maßnahmen für die nachhlatige Entwicklung des ländlichen Raumes gibt es auch Angebote für die weitere Förderung des Tourismus, sowie kulturelle und historische Teilprojekte und mehr. Auf den folgenden Seiten wollen wir SIe an dieser Entwicklung teilhaben lassen:

Via Julia

im Chiemgau als Rundtour oder
"Rechts und links der Via Julia"
Seebruck - Arlaching - Schützing - Stöttham - Sondermoning - Hart - Ising - Seebruck (18 km)

Charakteristik: Die Via Julia war die Römerstraße von Salzburg nach Augsburg, etwa auf der Trasse der heutigen Staatsstraße 2095. Die Tour führt also in die Geschichte zurück, von den Römern über die Bajuwaren bis in die jüngste Zeit. Und das alles in einer reizvollen Landschaft in der Nachbarschaft des  Bayrischen Meeres, ohne jegliche Anstrengung (wer Höhenunterschiede findet, darf sie behalten).

Streckenbeschreibung: Der Radweg führt zunächst immer hart am Seeufer, an der Anlegestelle der Chiemseeschifffahrt und an ungezählten Badeplätzen vorbei, den kleinen Ort Arlaching und das Anwesen Neubauer berührend bis zum Beginn der Chieminger Bucht, dann etwas landeinwärts in die Hügel um Schützing.

Schützing: Wo der Chiemsee-Uferweg sich nach links etwas landeinwärts wendet, erhebt sich linkerhand ein sanfter Hügel mit einer Baumgruppe auf der Kuppe. Dieses Gelände war um 1939 vorgesehen für die Einrichtung der "Hohen Schule Chiemsee" der NSDAP. Der Standort und die  Aufgabenstellung dieser Einrichtung zur Heranbildung einer staatlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Elite war von Adolf Hitler präzise vorgegeben. Die  Länge der Bauachse in Nord-Süd-Richtung betrug nicht weniger als 1700 m. Ein gigantisches Projekt mit eigenem Autobahn- und Eisenbahnanschluß. Es blieb wegen des Kriegausschusbruches bei der Planung, diese wurde alledings bis in das Jahr 1944 hinein fortgesetzt.

Weiter zu dem abgeschieden und malerisch am Waldrand liegenden Kirchlein St. Johann.

St. Johann: 1814 fand man in der spätgotischen Kirche eingemauert einen Gelübdestein des Jupiter Arubianes und des Sanctus Bedaius, gesetzt 225 n. Chr. von Verus, Benefizar der 2. ital.Legion. Im Protokoll dazu steht:  "Gefunden von dem kgl. Landrichter v. Klöckl an  der Kirche des Hl. Johannes in Stöttham, Bez. Amt Traunstein und 1818 dem kgl. Antiquariat einverleibt."

Durch Stöttham hindurch, die Via Julia - heute "Deutsche Alpenroute Alpen-Ostsee" bei Egerer überqueren und mit dem Mozart-Radweg nach Sondermoning.

Sondermoning: Um 1400 baute hier Heinrich der Ameranger das Schloß Neuamerang. 1694 übernahmen die Grafen v. Toerring den Besitz, ließen jedoch das Schloß verfallen, so dass es gegen Ende des 18. Jhs. abgerissen wurde. Die Kriche St. Nikolaus und Johannes d. Täufer besitzt eine Kostbarkeit. Der  Hochaltar, ein Flügelaltar ist das Werk zweier Bildschnitzer um 1490. Kern ist der Schrein mit den Figuren der beiden Kirchenpatrone.

In genau nördlicher Richtung dem Radweg folgen wieder aus dem Ort heraus nach dem nur 2 km entfernten Dorf Hart.

Hart: Auch hier kann man auf eine
reiche Geschichte zurückblicken. In einem angrenzenden Waldstück wurde ein jungsteinzeitliches Messer gefunden, welches in der Prähistorischen  Staatssammlung in München aufbewahrt wird. Auf dem Höhenzug nördlich des Ortes stand eine Burg der Herren "de Harde". Die Pfarrkirche ist St. Laurentius geweiht. Heutzutage ist der Ort besser durch seinen Golfplatz bekannt.

Die Route wendet sich jetzt wieder nach Westen, zieht rechts am Weiler Lenglach vorbei, bei der folgenden Einmündung in die Landstraße in einer kurzen links-rechts-Kombination nach Fehling und über Golfplatzgelände nach Ising.

Ising: Das neugotische Schloß Ising stammt aus dem 19 Jh. und ist ein Zentrum des Reitsports. Die Kuratie-und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt ist eine der wenigen Kirchen im nördlichen Chiemgau (Mitte des 15 Jhs.), die in gotischer Schale Rokokoschmuck tragen. 1751/52 wurde der Rokokobau besorgt. Der Traunsteiner J. G. Pflaumer schuf die Kanzel und die Seitenaltäre. Die aus  Reichenhall stammende Künstlerfamilie Dietrich fertigte in drei Generationen Schnitzarbeiten für Ising: die Josefstatue, den Schrein des Gnadenbildes und die Statuen un den gesamten Schnitzdekor des Hochaltars. Dieser ist ein Werk des Steinmetzmeisters Michael Matheo. Ein Einheimischer, der Traunsteiner Daniel Frommknecht, hat das kunstvolle Kirchengitter geschmiedet. Die Faßarbeiten hat der Traunsteiner Maler Timotheus Carl Baumgartner ausgeführt, der auch die Blätter der Seitenaltäre malte. Mittelpunkt des Hochaltares ist die spätgotische Isinger Madonna, eine nach barocker Art stoffgekleidete Marienstatue
mit Jesukind und Zepter.

Die Zufahrtsstraße zum Ort in der bisherigen Richtung überqueren, dann auf einem Weg durch ein kleines Waldstück und am anschließenden  Zeltplatzgelände vorbei  an die Staatsstraße zum Seeufer und nach rechts zurück nach Seebruck.

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